reflections

Was ist schon normal?

So, nun auch mein erster Blog unter Leben. Richtig toll sowas. Nunja, da meine Seite nicht sonderlich bekannt ist, wird es wahrscheinlich sowieso niemand lesen. Aber manchmal hilft es, für sich selbst manche Dinge von der Seele zu schreiben.

Der Tag hat noch nicht mal so richtig begonnen. Ich habe bereits ein schlechtes Gewissen, da ich ein Müsli gegessen habe. Müsli ist schlecht - sehr schlecht. Bleibt also nur der altbekannte Weg zur Toilette. " Papa, ich geh jetzt duschen". Standart eben. Bald wird es keine Rechtfertigung diesbezüglich mehr geben, denn dann lebe ich alleine. Nun, ja. Ich freu mich doch rießig darauf. Unabhängigkeit, etc... Ich kann und will es nicht verstehen, wieso habe ich solche furchtbaren Gewissensbisse, nachdem ich etwas esse? Gehört Essen nicht zum Leben wie die Luft zum atmen? Wieso machen sich so viele Menschen so viele Gedanken um die Nahrungsmenge/Mittel? Wieso erlaube ich mir, solche Behauptungen aufzustellen, da ich doch selbst davon betroffen bin?

Anders als andere gehöre ich zu dem Personenkreis, der sich seiner Krankheit bewusst ist, sie jedoch nicht ändern möchte. Nein, ich möchte sie nicht ändern. Noch nicht. Natürlich geht es auch um das Abnehmen, doch: Würde ich nicht wesentlich schneller abnehmen, wenn ich gar nichts zu mir nehme? Ja. Das ist der Punkt. Ich habe einfach keine Disziplin, dies wiederrum legt sich dann auf meine Gemütsstimmung und ich denke mir, wie schwach man sein kann. Aber dann denke ich wieder : Essen ist völlig normal, jeder tut es. Man MUSS es tun um zu leben, zu existieren. Kaum esse ich etwas, da ist es wieder : Das schlechte Gewissen. Ich denke, viele von euch können meine Gedanken nachvollziehen, da es doch in der heutigen Zeit kaum noch Menschen mit einem geregeltem, normalen Essverhalten gibt.

Auf der anderen Seite: Was ist ein "normales" Essverhalten? Wer definiert es? Jeder Mensch ist ein Individuum mit eigenen Interessen, mit eigenem Charakter. Eigene endogene,exogene,autogene Faktoren. Sollte nicht jeder für sich selbst das "normal" festlegen? aber nein, normal ist das, was von der Allgemeinheit so angewandt wird und gemeinhin als "normal" betrachtet wird. Nun, es stürzen sich immer mehr Menschen in die Welt der Essstörung. Wird dann auch diese irgendwann als "normal" bezeichnet? Ist es nicht bereits so? "Hey, die oder die hat eine Esstörung". Punkt. Kein Gerede mehr. Jeder blickt in sich selbst und stellt fest, dass man auch selbst manchmal so seine Probleme mit der Nahrungsaufnahme hat. Nicht wie früher, wo die Menschen die Hände über den Kopf zusammenschlugen und brüllten, ob der Teufel in einem steckt.

Irgendwie normalisieren sich zusehends mehr kranke Eigenschaften der Menschen. Wo wir wieder bei dem Thema wären : WAS ist normal? WAs verrückte? Wo beginnt die Grenze zum Kranksein? Ach ja, ich könnte ewig weiter darüber nachdenken, führt ja doch nur zu keinem Ergebnis. Und ich, ich werde jetzt "duschen" gehen! Ich bin doch selbst auch nicht besser...

Liebe Grüße

Psycholinchen

2.5.07 08:39

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